Ich wünsche Euch schöne Weihnachtstage, das ist doch klar und ohne Frage. Bei Tannenduft und Kerzenschein, möge alles schön und fröhlich sein!

Das gefährlichste Fest der Welt

Der Heilige Abend ist keine gemütliche und erst recht keine süßliche Erinnerung. Nicht nur die zunehmenden Angriffe auf Christen zeigen: Weihnachten ist ohne Risiko nicht zu haben

Zu den wenigen Dingen, an denen sich der Mensch festhalten kann, gehört die Wiederkehr von Weihnachten, zuverlässig am 24. und 25. Dezember eines jeden Jahres. Das war 1921 nicht anders, als Gilbert Keith Chesterton, der klügste Theoretiker und leidenschaftlichste Praktiker des Weihnachtsfestes, schrieb: „Der alte Satz, dass Weihnachten kommt, ist besonders passend in einer Zeit, in der dies fast das einzige ist, von dem wir wissen, was als Nächstes auf uns zukommt.“ Was aber kommt da?

Das vergangene Weihnachten brachte 25 Kopten den Tod. Sie wurden von fanatischen Muslimen in einer Kapelle ermordet, weil sie Christen waren. Ihr Weihnachtsgottesdienst war gerade zu Ende gegangen. In Ägypten lebten Kopten schon, als es den Islam noch nicht gab. In Pakistan wurden gerade, mitten im Advent, acht evangelische Christen in einer Kirche ermordet und rund 40 verletzt, von einem Sympathisanten des „Islamischen Staats“. In St. Petersburg konnte ein Anschlag auf eine Kathedrale verhindert werden, ebenso in Karlsruhe ein Attentat auf den dortigen Christkindlesmarkt. Auch der Berliner Zwölffachmord vom vergangenen Dezember durch einen tunesischen Islamisten galt den Besuchern eines Weihnachtsmarktes. Weihnachten ist das gefährlichste Fest der Welt.

Das Christentum ist eine Jerusalemsreligion

Um zu begreifen, was seit 2000 Jahren durch die geweihte Nacht auf die Menschheit zukommt, wanderte Chesterton „im Geiste rückwärts durch die Geschichte bis zu jenem Ort, von dem das Weihnachtsfest stammt.“ Und dann tat er es buchstäblich, reiste im Winter 1919/20 nach Jerusalem. Obwohl die Krippe, der Stall Jesu – keineswegs übrigens aufgrund der Hartherzigkeit eines Hoteliers – in Bethlehem stand, schreibt sich das Christentum von Jerusalem her. Dort zog Christus mit Hosiannarufen als „Sohn Davids“ ein und wurde unter Spott gekreuzigt, dort steht die Grabeskirche, und „von Jerusalem ging das Evangelium in die ganze Welt hinaus“. So sprach Papst Benedikt XVI. im Mai 2009 in Jerusalem und sagte weiter, Jerusalem habe eine „universale Berufung. Diese Berufung wurde von den Propheten verkündigt, und sie ist ganz offensichtlich auch eine unbestreitbare Tatsache, eine Wirklichkeit, die in der komplexen Geschichte dieser Stadt und ihrer Menschen unumstößlich verankert ist.“ Chesterton schrieb 90 Jahre zuvor in seinem Reisebericht „Das neue Jerusalem“: Die Stadt sei „ein Knotenpunkt von Wirklichkeiten“, gelegen noch immer „im Mittelpunkt der Erde“.

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