Keine Muslimische Unterwerfung: Sportverein verwehrt Kopftuchträgerin Zutritt

Wütende Mitglieder treten aus Sportvereinen aus! tausende Sportvereine gibt es nicht mehr

Einige Sportler haben kein Verständnis dafür, wenn in ihre Sporthalle Flüchtlinge sind. Vereine, die keine Hallen mehr haben, beklagen nun Austritte von erbosten Mitgliedern.

Wollte Kinder anmelden Sportverein verwehrt Kopftuchträgerin Zutritt

Eine Entscheidung eines Sportvereins in der deutschen Stadt Duisburg schlägt seit Tagen hohe Wellen. Der Verein hatte zwei muslimischen Kindern die Teilnahme an einem Tanzkurs verwehrt, weil ihre 29-jährige Mutter ein Kopftuch trug, als sie ihre Töchter dort anmelden wollte. Die Begründung: Religion und Politik hätten beim Sport nichts verloren. Seither hagelt es in den sozialen Netzwerken heftige Kritik am Verein, Mitarbeiter werden bedroht.

Udo Salzburger, der Vorsitzende des Clubs mit 3500 Sportlern, verwies auf die Satzung des Vereins. Dort steht: „Der Verein hat zur Aufgabe, nach dem Grundsatz der Freiwilligkeit und unter Ausschluss von parteipolitischen, konfessionellen, beruflichen, rassischen und militärischen Gesichtspunkten den Sport zu fördern.“ Die Abweisung der muslimischen Mutter mit ihren Kindern rechtfertigte Salzburger in der „WAZ“ folgend: „Wir verfolgen unter anderem eine religiöse und weltanschauliche Neutralität. Da eine muslimische Frau das Kopftuch symbolisch als Zeichen ihrer Frömmigkeit und damit als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zur islamischen Religion trägt, können wir schon allein auf Grund der allgemeinen Gleichbehandlung hier keine Ausnahme machen.“

Drohung an Verantwortlichen: „Wir knallen dich ab!“
Seitdem der Fall durch sämtliche Medien Deutschland ging, würden er und seine Mitarbeiter unzählige Drohungen erhalten. Die Bedrohungen gingen so weit, dass die Staatsanwaltschaft und der Staatsschutz eingeschaltet wurden. „Wir haben anonymisierte Anrufe mit der Ankündigung erhalten: Heute geht es los, wir knallen Dich und alle andern ab und zerkleinern euren Laden“, erzählte Salzburger. Sogar das türkische Generalkonsulat habe bei ihm angerufen. „Es ist eine richtige Hatz gegen uns entstanden. Ich werde von Muslimen im Internet und in türkischen Zeitungen beschimpft“, sagte Salzburger, der gleichzeitig betonte, dass nicht er persönlich die Satzung aufgestellt habe, sondern die Mitglieder des Vereins.

Trotz Drohungen: Verein will am Kopftuch-Verbot festhalten
Trotz des Shitstorms und der Drohungen wolle er am Kopftuch-Verbot festhalten. „Es werden weder von mir noch vom Verein noch von den Vereinsmitgliedern irgendwelche Einwände erhoben, dass türkischstämmige Bürgerinnen muslimischen Glaubens privat ein Kopftuch tragen können. Das wird selbstverständlich respektiert“, so Salzburger. Aber das gelte eben nicht für die Trainings- und sonstigen Vereinsräume.

Muslimische Mutter ist seit dem Vorfall verzweifelt
Für die muslimische Frau stellt die Erklärung keinen Trost dar. Vor allem die Art, wie mit ihr umgegangen worden sei, bereitet ihr Kopfzerbrechen. Sie sei vor den Augen ihrer vier- und sechsjährigen Kinder in Tränen ausgebrochen. Hätte man sie nicht beiseite nehmen können, fragt sich die 29-Jährige. Dieses Bild hätte sie ihren Kindern gerne erspart. Seit dem Vorfall fühle sie sich in der Öffentlichkeit unwohl. „Wenn ich jetzt mit meinem Kopftuch über die Straße gehe, habe ich das Gefühl, dass ich anders angeschaut werde“, erzählte sie der „WAZ“.

Grüne kritisieren: „Das ist nichts anderes als anti-muslimischer Rassismus“
Kritik an der Entscheidung des Vereins kommt mittlerweile auch aus der Politik: „Solch ein Vorgehen ist nichts anderes als anti-muslimischer Rassismus“, sagte Melih Keser, integrationspolitischer Sprecher der Grünen in Deutschland. Der Versuch, die Ablehnung über die Satzung zu rechtfertigen, sei unglaubwürdig. Der Verein selbst schreibe auf seiner Internetseite: „Wir sind gefordert, auf neue gesellschaftliche Anforderungen zu reagieren. Ziel ist es, allen Sportinteressierten den Zugang zu unserem Verein zu ermöglichen.“Diese selbst auferlegten Grundsätze hätten die Vereins-Verantwortlichen verlassen und diskriminierten Menschen nach ihrem Aussehen, so Keser.

Uwe Busch, Geschäftsführer des Stadtsportbundes in Deutschland, bezeichnete gegenüber der „NRZ“ die Zurückweisung der muslimischen Mutter als „unglücklich“. Es sei ein Unterschied, ob eine Mutter ihre Kinder zum Sport bringt oder selbst in dem Verein Sport machen will. Grundsätzlich gebe sich aber jeder Verein seine Satzung, die vom Amtsgericht genehmigt wird, selbst. „Jeder Verein ist eigenständig“, so Busch.

Rechtsextreme Bürgerbewegung verteidigt Verein
Die rechtsextreme Bürgerbewegung „Pro NRW“ nahm die Entscheidung des Vereins positiv auf: „Hoffentlich behält der Hamborner Verein seine Zivilcourage und knickt nicht vor den Blockwarten der political correctness ein“, ist auf ihrer Seite zu lesen.

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