Nicht rechtzeitig abgeschoben: Asylant tötet Späti-Verkäufer und flüchtet

Der türkische Asylbewerber Mahmut A., der Anfang November in Berlin einen Späti-Verkäufer ermordet haben soll, war seit März illegal in Deutschland, schreibt die „Berliner Zeitung“.

Der Asylantrag des Intensivtäters, der mit mehr als 60 Strafverfahren bei der Justiz aktenkundig sei, sei schon vor Jahren abgelehnt worden. Laut der Zeitung hatte der 20-Jährige nur eine befristete Duldung. Diese sei längst erloschen, da er nach seinem Raubüberfall auf eine Weddinger Kneipe am 15. Juni 2013 zu vier Jahren Haft verurteilt worden sei.

Mahmut A. setzte sich vermutlich in die Türkei ab und wird nun per internationalem Haftbefehl gesucht. Wegen Mordes am Späti-Verkäufer Than N. droht ihm lebenslange Haft.

Seit zehn Jahren Intensivtäter

Seit mittlerweile zehn Jahren (!) beschäftigt Mahmut A. als „Intensivtäter“ Justiz und Polizei. Mit mehr als 60 Strafverfahren ist er bei der Justiz aktenkundig. Immer wieder: Raub, Körperverletzung, Diebstahl, Beleidigung. Zum ersten Mal im Alter von zehn Jahren.

Pikant: Wegen seines illegalen Aufenthalts in Berlin, ermittelte die Justiz schon lange vor dem Messermord in Wilmersdorf – nach B.Z.-Informationen läuft ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen Paragraf 95 (Absatz eins, Ziffer zwei) des Aufenthaltsgesetzes. „Mit dem Verlust der Duldung hatte Mahmut A. keinen Aufenthaltstitel mehr“, so ein Ermittler.

Polizei will keine Stellung beziehen

Aber hatte die Polizei A. vor dem Mord am Späti-Verkäufer aktiv gesucht? Die Polizei wollte auf B.Z.-Anfrage keine Stellungnahme abgeben. Sie verwies auf die Staatsanwaltschaft. Auch dort und auch bei Innensenator Andreas Geisel (51, SPD) gab man sich zugeknöpft. „Wir dürfen uns aus datenschutzrechtlichen Gründen grundsätzlich nicht zu Einzelfällen äußern“, ließ Geisel über seinen Sprecher Martin Pallgen mitteilen.

Mahmut A. wird mit einem internationalen Haftbefehl gesucht, ihm droht lebenslange Haft wegen Mordes an Than N. Dessen Mutter, die eigentlich das Ziel des Raubüberfalls am 5. November war, erlitt nach B.Z.-Recherchen eine Gehirnblutung: „Sie liegt im Koma“, so ein Ermittler. Ein Komplize von A. ist auch auf der Flucht, ein anderer sitzt in Haft.

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