Unbezahlte Rechnungen Ausländische Patienten sorgen für Millionen-Verlust bei Charité

Das Universitätsklinikum hat große Schwierigkeiten, Geld von ausländischen Patienten einzutreiben. Auch Flüchtlinge und Mittellose sind ein Problem.

In den vergangenen Jahren sind der Charité Millioneneinnahmen entgangenen, weil für viele geleistete Behandlungen nicht gezahlt wurde. Neben Privatpatienten und Bedürftigen, die nicht zahlen konnten, gehören vor allem auch ausländische Patienten zu den Problemfällen, wie die „Berliner Morgenpost“ am Sonntag berichtet.

Wichtigster Faktor: Ausländische Patienten bekamen oft keine ordentlichen Rechnungen gestellt. Die Folge ist, dass die Charité allein im laufenden Jahr unerfüllte Forderungen von 3,3 Millionen Euro ausweisen muss. Schon 2016 musste hier ein Millionenbetrag ausbilanziert werden.

Charité hat Probleme, Geld einzutreiben

Insgesamt türmte sich der Betrag der ausstehenden Zahlungen auf 60 bis 70 Millionen Euro, wie der oberste Controller der Charité, Robert Jacob, laut dem Blatt in einer vertraulichen Sitzung des Beteiligungsausschusses im Abgeordnetenhaus bezifferte. Neben reichen Selbstzahlern, die nicht ordentlich zur Kasse gebeten werden, sind hier vor allem auch Flüchtlinge und Mittellose Grund für ausstehende Zahlungen.

Die Charité tut sich allerdings schwer, das Geld von unversicherten Aus- und Inländern vernünftig einzutreiben. Ein Problem, das schon seit Jahren bekannt sei, wie es in der „Berliner Morgenpost“ heißt. Schon 2015 habe der Landesrechnungshof die Mängel bei der Abrechnung gerügt – vor allem auch mit Blick auf mögliche rote Zahlen, welche die Charité seit Jahren mit viel Aufwand zu vermeiden versucht.

Inzwischen seien aber neue Mitarbeiter eingestellt worden, die den ausstehenden Forderungen nachgehen. Auch mit einigem Erfolg, liege das Klinikum bei der Verlustquote für Forderungsausfälle bei ausländischen Patienten doch bereits deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Ausländische Patienten beklagen mangelhafte Standards

Ausländische Patienten, vor allem aus Russland oder dem arabischen Raum, galten lange Zeit als lukrative Einnahmequelle für die Charité. Allerdings bemängelten die betuchten Patienten oft, dass sie in ihren Ländern „andere Standards“ gewohnt seien, wie Charité-Vorstandschef Einhäupl laut der Zeitung sagte. Der baufällige Zustand vieler Gebäude sei für sie oft abschreckend.

Quelle: BZ

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